Titel-Bayer2

Bayer AG/ Bayer Crop Science

Zum Schluss noch ein paar Sätze zu Bayer/Monsanto:

Bayer will die Corona Krise auch bei den Verhandlungen über einen Vergleich mit den inzwischen rund 53.000 Menschen nutzen, die ihre Krebserkrankung auf Glyphosat zurückführen. Der Konzern pokert wieder höher und streut, dass sich die Gespräche verzögerten. Klägeranwälte bestreiten das. Die nächsten US-Prozesse sind wegen der Pandemie verschoben, der Druck auf Bayer, die Sache schnell abzuschließen, sinkt.

Unterdessen legte der bereinigte Betriebsgewinn im ersten Quartal um gut 10 Prozent auf 4,39 Milliarden Euro zu. Ihre Kritik an Bayer dürfen die Aktivist*innen dieses Jahr nicht auf der Hauptversammlung vortragen. Denn der Bundestag beschloss im März im „Gesetz zur Abmilderung der Covid-19-Pandemie“, dass Aktionärstreffen auch online stattfinden können. Bayer war der erste Konzern, der zu einer solchen „Online-HV“ einlud.

Bei dieser ersten deutschen Online-Hauptversammlung dürfen Kritiker nicht reden. Ein Schwerpunkt von  Bayers Werner Baumann liegt in Coronazeiten darin, "die Zahlungsfähigkeit der Kunden in der Krise sei ein weiteres Risiko"[1].  Ein gelungener unbeabsichtigter Witz: Zahlungsfähigkeit als Risiko; das hatten wir noch nicht.

Herr Baumann war vergangenes Jahr der erste Dax-Vorstandschef überhaupt, den die Aktionäre nicht entlasteten – wegen der Risiken durch den Kauf des Glyphosat-Herstellers Monsanto. Dieses Jahr muss er sich nun nicht grillen lassen: Die oft stundenlange Generaldebatte fällt aus. Die Aktionäre durften nur bis spätestens zwei Tage im Voraus Fragen einreichen. Der Vorstand kann sie zusammenfassen, bündeln – oder ganz weglassen[2].

Das Image

ist dem Bayerkonzern allem Anschein nach auch enorm wichtig. So liegen die Ausgaben für Marketing um ein vielfaches höher als die Ausgaben für Forschung. Im Jahr 2011 gab die BAYER AG laut Geschäftsbericht  fast 9 Milliarden Euro für Vertrieb und Marketing aus und für Forschung keine 3 Milliarden. Und doch verweigert Bayer im Geschäftsbericht eine detaillierte Aufschlüsselung der Ausgabeposten für Marketing. „Den Aktionären und der Öffentlichkeit werden essentielle Informationen über die Marketing-Ausgaben von BAYER vorenthalten. Damit bleibt auch der Einfluss des Konzerns auf Ärzte, Politiker und Fach-Verbände intransparent“ sagt Philipp Mimkes vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) [3]

Quellen und weitere Infos:
[1] Liveblog der ZEIT, 11:02 h 28. April 2020
[2] https://taz.de/Bayer-Konzern-stellte-Forschung-ein/!5678688/
[3] http://www.cbgnetwork.org/4314.html