Titel-Bayer4

Bayer, das deutsche Traditionsunternehmen

Von Agent Orange bis Zyklon B

Tradition?

Der Bayer Konzern, so ist es heute auf seiner Homepage zu lesen, ist ein Life-Science-Unternehmen (Neudeutsch für chemische und pharmazeutische Industrie) "mit einer über 150-jährigen Geschichte und Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft". Selbstverständlich unterschlägt man dort, dass man, als man noch "IG Farben" hieß, für das nationalsozialistische Regime im Zweiten Weltkrieg zu den kriegswichtigen Betrieben gehörte. Die Kernkompetenzen bestanden aus der Produktion von  Stoffen wie verschiedene Gase, Öl- und Schmierstoffe sowie Kautschuk. Im Auftrag von Bayer, damals IG Farben, ließ man sich eine neue Fabrik von KZ-Häftlingen bauen. Von Anfang an hat Bayer bzw. IG Farben den Nationalsozialismus treu unterstützt und bis zum letzten Kriegstag wurden zur Stärkung der Kernkompetenzen in den Konzentrationslagern von Buchenwald und Auschwitz tödliche Experimente an Menschen durchgeführt;

1947 wurden der gesamte Vorstand und leitende Angestellte von IG Farben vor ein amerikanisches Militärgericht gestellt. Es erfolgten Verurteilungen zu Gefängnisstrafen wegen Kriegsverbrechen wie Plünderung,  Versklavung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation und ähnlichem. Tempi passati, Schnee von gestern, jetzt ist man ein Life Science Unternehmen und strotz auch sonst vor Anglizismen.

Allerdings stand der Wiederaufbau unter keinem guten demokratischen Stern: Nach dem Krieg änderte sich am Vorstand von Bayer auch nicht viel:

·         Kurt Hansen, schon seit 1931 (acht Jahre vor Kriegsbeginn) NSDAP-Mitglied und Mitorganisator der Eroberung von Europa in der Abteilung zur „Beschaffung von Rohstoffen“, war von 1961 bis 1974 Vorstandsvorsitzender von Bayer.

·         Friedrich Hermann ter Meer, früheres NSDAP-Mitglied, Vorstandsmitglied von IG Farben, Mitglied des Arbeits- und des technischen Ausschusses, Direktor von Sektion II, Bevollmächtigter des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion für Italien, militär-wirtschaftlicher Chefindustrieller, zuständig für Auschwitz, wurde wegen Kriegsverbrechen verurteilt, 1952 wegen guter Führung (sic!) vorzeitig aus der Haft entlassen und 1956 Aufsichtsratsmitglied von Bayer. Er selbst hatte ein recht langes Leben und starb im Alter von 83 Jahren, nur 3 Jahre nach dem er bei Bayer ausschied.

Monsanto war ein US-Konzern, der Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte (z. B. transgene Maissorten, Breitbandherbizide mit dem Wirkstoff "Glyphosat") einsetzte. Der glyphosathaltige Verkaufsschlager "Roundup" (nicht, vielleicht, wahrscheinlich, sicher krebserregend ‑ je nachdem wen man fragt und wer für welches Gutachten bezahlt hat -) wird von unaufgeklärten Schrebern gerne auch heute noch in Kleingärten eingesetzt. Monsanto wurde am 7. Juni 2018 durch Bayer übernommen.

Da haben sich zwei dem Wohl ihrer Aktionäre verpflichtete Multi-Konzerne gesucht und gefunden. Die Übernahme von Monsanto durch  Bayer ist eine echte win-win Situation: Liefere das Problem und ...die Medizin dagegen! Nun alles in einer Hand.

Allerdings hat Bayer die bessere Marketingabteilung und meint jetzt, "mit unseren innovativen Produkten tragen wir zur Lösung großer Herausforderungen unserer Zeit bei". Ganz verleugnen kann Bayer sich aber nicht: nach alter, eingeübter und undemokratischer Tradition ließ Bayer 2001 ein Schulbuch zensieren, das unter anderem den Schriftverkehr zwischen der IG- Farben und dem KZ Auschwitz dokumentierte, aus dem zu entnehmen war, dass  die Firma Bayer 150 weibliche Häftlinge für „170 RM je Stück“ anforderte und erhielt. In einem weiteren Schreiben hieß es dann: „Die Experimente (Anm.: es ging um Schlafmittel) sind durchgeführt worden, alle Personen sind gestorben. In Kürze werden wir uns mit Ihnen zwecks weiterer Lieferungen in Verbindung setzen.

Dabei durfte man hoffen: wenn man auf einer herkömmlichen Suchmaschine wie "bing.com" oder "ecosia.org" vor drei Jahren noch "Bayer und "Bienen" gesucht hat, wurden alle Bienengifte aus dem Hause Bayer aufgelistet. Jetzt hat Bayer die „Bienenwiese“ als Saatgut herausgebracht. Wenn man jetzt "Bayer und Bienen" sucht, findet man nur noch die Bienenwiese. Ihre für Bienen tödlichen Gifte verkauft der Konzern natürlich weiter und klagt bei Verboten durch alle europäischen Instanzen. Die Gifte von Bayer gelten mit als Hauptgründe für das Bienensterben in Europa. Die EU-Kommission habe keine Ahnung, so wird argumentiert, nicht das Gift Thiamethoxam sei für das Bienensterben verantwortlich, sondern „laut Experten" (selbsternannte Bienen"experten"?) Krankheiten, Viren, schwindender Lebensraum sowie mangelnde Nahrung.

Nicht vergessen dürfen wir, dass Bayer schon immer ganz groß in der Entwicklung von Giften war, die ganze Völker ausrotten sollten: Von Zyklon B (das in den Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum Massenmord eingesetzt wurde), über Heroin, bis Agent Orange (das zusammen mit Monsanto entwickelt wurde). Spätfolgen von "Agent Orange" sind Fehlbildungen, z. B. an Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Immunschwächen, Krebs. Viele vietnamesische Neugeborene kommen auch drei Generationen nach dem Einsatz von "Agent Orange" noch mit schweren Fehlbildungen zur Welt.

Bayer produziert bis heute eine Antibabypille, deren Thrombosen- und Embolie-Risiko mehr als doppelt so hoch ist als bei anderen Antibabypillen. Venenthrombosen werden durch Blutgerinnsel in den Gefäßen ausgelöst. Wandern sie in die Lunge oder in das Gehirn, kann es zu gefährlichen Lungenembolien und Schlaganfällen kommen. Diese Pille wird von der Marketingabteilung als Lifestyle-Produkt vermarktet, das eine tolle Haut und volles Haar verspricht. Es lässt sich  besonders gut an junge Frauen verkaufen. Kosmetiktäschchen mit Spiegel ist für Erstanwenderinnen inklusive.

Das sind alles Fakten, die Werner Baumann, der jetzige Vorstandsvorsitzende der  Bayer AG auch kennt. Ihm ist nicht zu widersprechen wenn er sagt, Bayer und Monsanto seien zwei Unternehmen die gut zueinander passen. Und es ist ihm zu gönnen, dass er mit dem vom Naturschutzbund Deutschland vergebenen Negativpreis "Dinosaurier des Jahres" dafür ausgezeichnet wurde, dass die unter ihm eingeleitete Übernahme von Monsanto im Widerspruch zu einer gift- und gentechnikfreien Landwirtschaft stehe. Ganz klar ist, dass diese Fusion für uns nichts Gutes bedeutet. Schon ein toller Zufall: jetzt wo TTIP und CETA gescheitert sind, wird Monsanto zu einem europäischen Unternehmen.

Bayer war auch im US-Wahlkampf einer der großzügigeren Spender von Donald Trump, in guter Gesellschaft mit BASF, Allianz, Siemens und die Deutsche Bank. Durch Tricks natürlich, denn in den USA dürfen keine Wahlkämpfe durch Spenden weder von US-Unternehmen, noch von ausländischen Konzernen finanziert werden.

Das deutsche Traditionsunternehmen hat seine Tradition seit 1933 nicht wirklich geändert. Das Leben von Mensch und Tier interessiert nicht, es zählt nur der Profit. So viel, dass dafür sowohl Tiere als auch Menschen getötet werden bzw. deren Tod billigend in Kauf genommen wird. Nur aus geldgeiler Gier.

Darum kauf’ ich auch keine Produkte von Bayer mehr!

 

Quellen und weitere Infos:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG#Zeit_des_Nationalsozialismus
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Stille-Spender-BASF-Siemens-Deutsche-Bank-Diese-deutschen-Konzerne-unterstuetzen-Donald-Trump-4994709
https://www.ardmediathek.de/tv/Kontrovers/Todkrank-durch-die-Pille/BR-Fernsehen/Video?bcastId=14913688&documentId=32313906
http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zeitschrift_SWB/SWB_1998/SWB03_98/KZ-Arzt_Dr__Vetter/kz-arzt_dr__vetter.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Hansen
https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_ter_Meer
http://www4ger.dr-rath-foundation.org/GESCHAEFT_MIT_DER_KRANKHEIT/geschichte_pharmaindustrtie.htm
http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zeitschrift_SWB/SWB_2001/SWB_04_01/Menschenversuche/menschenversuche.html
http://thueringen-universal.de/geschichte/verbrecherische-menschenversuche-konzentrationslagern