Kleidung- nachhaltig einkaufen

Kleidung- nachhaltig Einkaufen

Bisher wird nur ein Prozent der gesamten Baumwollproduktion nach überprüfbaren und abgestimmten Richtlinien des ökologischen Landbaus angebaut. Es ist also wichtig, die Nachfrage nach biologisch angebauter Baumwolle zu erhöhen. Das ist schwierig, wenn man sich nicht nur für Farbe, Schnitt und Stoff sondern auch für die Herkunft und Produktionsbedingungen der Kleidung interessiert.

Verkäufer*innen verweisen an den Kundenservice-Tresen, dort holt man beispielsweise erst die oder den Supervisor*in und schließlich die oder den Store Manager*in. Dann kann es gut passieren, dass ein Verweis darauf erfolgt, dass alle Informationen im Internet zu finden seien. Auskunft über Nachhaltigkeit, Code of Conduct oder Fairtrade-Siegel? Fehlanzeige, Desinteresse allerorten.

Viele von uns haben ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass unser Kaufverhalten einen großen Einfluss auf die Zustände in der Welt hat.

Das Marktforschungsunternehmen Appinio hat im Januar 2018 1000 junge Deutsche zwischen 14 und 34 Jahre repräsentativ zum Thema faire und nachhaltige Mode befragt. Auf Platz 1 lag das Aussehen der Kleidung (70 Prozent der Männer 78 % der Frauen). Den Shopperinnen war der Preis nahezu genauso wichtig wie das Aussehen (75 %, aber 58 % bei den Männern). Es folgten Qualität, Komfort, Marke und Material sowie aktuelle Modetrends. Bei beiden Geschlechtern landeten die Merkmale Nachhaltigkeit und faire Herstellung mit Abstand ganz hinten. Von den Frauen geben gerade einmal acht Prozent an, dass ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist (Männer sechs Prozent) und elf Prozent achten auf faire Herstellung (Männer neun Prozent).

Das muss mehr und anders werden. Dazu schaue man auf die leidlich aktuelle Seite der Verbraucherzentrale.

Einige Boutiquen haben sich auf ökosoziale Mode spezialisiert. Im Internet gibt es zahlreiche Onlineshops und Anbieter-Übersichten. In der Suchmaschine "Ökosoziologe Mode" eingeben, oder bei Utopias bestenliste vorbeischauen und schon kann es losgehen.

Abgeben

Da die meisten von uns ohnehin den Großteil ihrer T-Shirts, Röcke, Hosen Kleider und Pullover schon ewig nicht mehr getragen haben, geht es zunächst einmal auch um das Abgeben.

Dazu gibt es mehr oder minder attraktive Möglichkeiten:

In Container stopfen mit der Gefahr, dass die Klamotten überall landen können, im Reißwolf, in Krisengebieten oder zum Verkauf in Entwicklungsländern, wo sie die Preise der einheimischen Händler kaputtmachen, was wiederum die Armut verstärkt. Man kann die Kleidung vor der Abgabe zerschneiden, dann kann sie nicht weiterverkauft, sondern muss recycelt werden.

Spenden: In vielen Gemeinden ist eine direkte Spende an Obdachlose, Asylbewerberheime oder Kleiderkammern möglich. Immer mehr jedoch wird dort Kleidung abgelehnt. Es gibt in diesen Zeiten zwar einige Leute, die Häuser und Geld erben, aber die meisten erben Schränke voller Klamotten und Buffets voller Geschirr, gerne mit Goldrand oder pastoralen Landschaften. Entsprechend freuen sich Kleiderkammern nicht so sehr über gespendete Kleidung und lehnen diese teilweise sogar ab.

  • Eine Alternative bietet "Oxfam". Dort kann man sowohl einkaufen, als auch Sachen spenden.

In Hamburg gibt es gleich drei Shops:

    • Hamburg Hoheluft (Mixshop), Hoheluftchaussee 58, 20253 Hamburg
    • Hamburg Ottensen (Fashionshop), Bahrenfelder Straße 130, 22765 Hamburg
    • Hamburg Wandsbek (Mixshop), Wandsbeker Markstraße 10, 22041 Hamburg.

 

Verkaufen auf Flohmärkten, in Secondhandläden, aber z. B. auch auf Online-Marktplätzen wie fairmondo. Fairmondo ist ein offener Online-Marktplatz, der von allen genutzt werden kann und zwar für jede Art von Artikeln.  Bei „fairmondo“ kann man auf den Button „Weitere“ gehen und dann auf „zu verschenken“. Hauptsache nicht wegwerfen.

Upcyceln: Aus vielen Textilien könnt Ihr mehr oder minder nützliche oder auch nur schöne Dinge herstellen (Tragetaschen aus T-Shirts und Jeans, Mützen oder Nikolaussocken aus alten Pullis): das Internet ist voller Do-it-yourself (DIY)-Anleitungen.

Allgemein

ist zu sagen, dass der Trend zum übermäßigen Konsum und der gleichzeitige Wunsch nach extrem günstiger Ware die Bedingungen für einen fairen Handel erheblich erschweren. Deshalb sollte man sich neben einem bewussten Kaufverhalten immer auch fragen, was man wirklich braucht und wie nachhaltig es sein soll. Dass ein T-Shirt für 2,50 € im Laden nicht unter menschenwürdigen Bedingungen produziert werden kann, schon gar nicht, wenn ökologische Herstellungsbedingungen berücksichtigt werden, davon kann die bzw. der Käufer*in ausgehen. Dabei müsste ein Unternehmen nach einer Berechnung der "Kampagne für Saubere Kleidung" lediglich ein Prozent des Ladenpreises einkalkulieren, um für einigermaßen menschenwürdige Entlohnung zu sorgen. Bei einem T-Shirt, das 2,50 € im Laden kostet, wären das nicht mal 3 Cent.

Wirtschaftsforschungen ergeben laut Greenpeace, dass deutsche Verbraucher*innen ihre neugekauften Kleidungsstücke im Schnitt nur noch halb so lange tragen wie noch vor 15 Jahren, derweil sich die weltweite Produktion von Kleidung verdoppelte. Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (sic! Die recht unbekannte Svenja Schulze als Super-Ministerin?) kauft jede*r Deutsche im Schnitt 18 Kilogramm Kleidung pro Jahr, das entspricht 50 bis 70 Kleidungsstücken. Es sammeln sich jährlich 800.000 Tonnen Kleidermüll in Deutschland an. Das Wenigste davon kann wirklich recycelt werden, in seltenen Fällen können die Textilien noch zu Dämmmaterial oder Putzlappen verarbeitet werden, eine neue Jeans entsteht aus der alten jedoch fast nie.

Einkaufen

Beim Einkaufen von Kleidungsstücken gibt es das, was wir bereits unter der Rubrik „Abgeben“ gesagt haben: Flohmärkte, die generell unter Kleidung zusammenbrechen (Baby- und Kinder-Kleidung sowieso) und Secondhandläden. Die Sachen sind zwar meist nicht ökologisch oder fair produziert, aber Ihr löst mit Eurem Kauf jedenfalls keinen weiteren Produktionsvorgang aus. Es gibt durchaus auch online-Secondhandshops, in denen manchmal auch nagelneue Ware zu finden ist (z. B. Mamikreisel, Kleiderkreisel ‑ dort findet man auch Neoprenanzüge und Arbeitshosen ‑, Kleiderkorb, Ubup,   etc.), alles zum Kaufen, Tauschen oder Verschenken.

Es gibt auch Umsonstläden und Giveboxes. Dort nimmt man nicht nur Klamotten an, sondern gibt auch sehr gerne welche ab. Tipps hierzu gibt Utopia

In Hamburg gibt es einige Tauschboxen mit Büchern, Schmuck, Kleidung und mehr, alles Gegenstände, die jemand selbst nicht mehr gebrauchen kann, die aber noch gut in Schuss sind (siehe Karte).

Es gibt überall Tauschbörsen im Internet (Tauschgnom, Tauschticket, Tauschbillet, Bambali, EbayKleinanzeigen ...).

Es gibt Tauschpartys: Greenpeace möchte mit dem Projekt Kleidertausch,  kleidertausch-begeisterte Menschen mit konsumkritischen Hintergrund überregional vernetzen. Im Internet gibt es verschiedene Tipps, wie eine Tauschparty gelingen kann. Tauschpartys sind auch einfach im kleinen Rahmen unter Freund*innen zu organisieren, man muss nicht auf andere Initiativen warten, oder Ihr lasst Euch von dem ehrenamtlichen Projekt bei Greenpeace Ehrenamtlichen helfen.

Es ist natürlich nicht verboten, einfach mit Freund*innen Klamotten zu tauschen, ohne gleich ein Event daraus zu machen.

Neu kaufen-

Wer trotz allem wie bisher neue Kleidung einkaufen möchte: Utopia hat ein "besten Liste" für Onlineshops erstellt und die Stadt Hamburg hat eine Liste mit Karte von Geschäften für Faire Mode & Möbel.

Über fünf Milliarden Kleidungsstücke hängen in Deutschlands Schränken.

Pro Kopf macht das rund 95 Kleidungsstücke.  Daher Minimalismus, auch im Kleiderschrank!

Im Mode-Minimalismus braucht man für eine komplette Garderobe nur 33 Teile (inkl. Schuhe, exkl. Unterwäsche und Strümpfe). Tipps dazu gibt (ausgerechnet!) die Tageszeitung „Welt“ Hier geht man vielleicht nicht mit der Mode, aber mit der Zeit.

Denn jeder Klamotteneinkauf, jedes Teil, das wir vermeintlich brauchen, weil uns die Augen überlaufen bei der riesigen Auswahl, ist ein Mehr an Konsum, ein Mehr an Umweltschäden, ein Mehr an Ausbeutung.

Quellen und weitere Infos:

Toilettenpapier- nachhaltig einkaufen

Toilettenpapier- nachhaltig Einkaufen

93 Rollen Klopapier verbraucht jede*r Deutsche durchschnittlich im Jahr. Das sind sechs bis 700 000 Tonnen, die direkt wieder in der Toilette runtergespült werden. Kaufkriterien sind vor allem die Anzahl der Lagen und der Preis.

Ob es Recyclingpapier ist, steht erst an dritter Stelle bei der Kaufentscheidung:

nur 40 % der verkauften Rollen bestehen aus recyceltem Altpapier. In Deutschland werden 80 Prozent des frischen Holzzellstoffs, der auch für Hygienetücher eingesetzt wird, importiert. Über die Hälfte davon stammt aus Südamerika. Vor allem aus Brasilien und damit hauptsächlich von Eukalyptusplantagen, auf denen früher einmal Regenwald stand, aber auch aus Uruguay und Chile.

Herkömmliches Toilettenpapier hat eine kurze Lebensdauer, es wird nach einmaliger Nutzung in die Abflussrohre entsorgt. Damit landen wertvolle Fasern in der Kanalisation, für deren Gewinnung Kiefern, Fichten, Birken oder Eukalyptus-Bäume eingeschlagen, entrindet, in Hackschnitzel portioniert und mittels chemischer oder mechanischer Verfahren in Zell- und Holzstoff überführt wurden.

Der „Blaue Engel“ ist in Deutschland das bekannteste Umweltzeichen. Nur mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ zertifiziertes Toilettenpapier besteht zu 100 Prozent aus Altpapier.

Problematisch dabei ist, dass ein Kilo Recycling-Toilettenpapier so viel Kohlenwasserstoff enthält, dass 30 Millionen Liter Wasser über den Grenzwert belastet werden. Nichts in dem Papier, weder die Aufheller noch die Hilfsstoffe, wurden jemals für biologische Kreisläufe gemacht. So entstehen durch das Ausgangsmaterial des Recyclingpapiers, also das Altpapier, oft auch ungewollte Nebeneffekte, wenn es nicht entsprechend behandelt ist oder die Hersteller gleich anfangs auf den Schadstoffgehalt achten. So haben Wissenschaftler(innen?) in einer Untersuchung unter anderem den hormonell wirkenden Stoff Bisphenol A (BPA) nachgewiesen. BPA kann sich im Klärschlamm ansammeln, Tiere in ihrer Fortpflanzung beeinträchtigen und letztlich wieder in der menschlichen Nahrungskette auftauchen.

Man kann Recyclingpapier aber so gestalten, dass es gesund und umweltfreundlich auch während und nach der Nutzung ist. Satino Black, das Toilettenpapier (es ist weiß!), im Pappkarton und nicht in Plastik verpackt, ist das weltweit erste und einzige Toilettenpapier, das die Gütezeichen "FSC-recycled", "Cradle to Cradle" und das europäische Eco-Label führen darf . Cradle to cradle bedeutet von der Wiege in die Wiege. Es handelt sich um Rohstoffe von Produkten, die frei von schädlichen Chemikalien sind, entweder unendlich wieder verwendet oder biologisch abgebaut und der Natur im biologischen Kreislauf zurückgegeben werden. Das Toilettenpapier wird vollständig CO2-neutral hergestellt. Nur der Karton hat ein Plastikklebeband, vom Hersteller.

Auf den ersten Blick wirken die Rolle, die es ab 1,33€ (+19% MwSt.) gibt sehr teuer doch bei genauerer betrachtung ist der Preisunterschied gar nicht so signifikant- auf einer Rolle ist viermal so viel Papier wie auf herkömmlichen Rollen, 100m statt 25m und in einem Karton sind 24 Rollen statt der üblichen 8 Rollen. Wem das zuviel ist kann auch eine Rolle einzelnd kaufen.

Rechenbeispiel:

 

  • 1 Rolle 1,33+ 19% = 1.5827
  • 1 Rolle kostet also 1,59€ : 4 (weil viermal so viel) = 0.395675
  • 25m kosten also rund 0,40€
  • Bei normaler größe würde ein Paket mit 8 Rollen 3,17€ kosten
  • (0.395675 x 8 = 3.1654)
  • Günstiges Klopapier kostet ca. 0,27€ die Rolle ein Paket mit 8 Rollen also 2,16€
  • (0,27 x 8 = 2,16)

 

0,13 cent Preisunterschied die Rolle für ein ökologischen Toilettengang.

US- amerikanische Umweltschützer*innen warnten vor einiger Zeit, die Empfindsamkeit des amerikanischen Durchschnittshinterns berge größeres ökologisches Vernichtungspotenzial als die landestypische Vorliebe für benzin fressende Autos. Mehr als 98 Prozent des in den USA verkauften Toilettenpapiers werden aus Frischholz hergestellt. Extra weiches mehrlagiges Toilettenpapier ist in der Tat ökologisch bedenklicher als das Fahren eines Hummers (SUV).

Daher sollten wir nicht nur recyceltes Toilettenpapier kaufen, sondern insbesondere solches, dass mit so vielen Gütezeichen wie möglich ausgezeichnet wurde, benutzen.

*Oder wie in anderen Kulturkreisen einfach auf Wasser zurückgreifen ;D

 

Menstruation

Menstruation- Tampons, Binden, Menstruationstasse

Menstruation, Periode, meine Tage, Erdbeerwoche, Besuch aus Rotenburg, den Blutsbruder... wie auch immer wir es nennen, die weitverbreitesten Mittel sind an diesen Tagen Binden oder Tampons.

Achtung, Chemie in Tampons und Binden!

2015 fand ein Forscherteam der argentinischen Universität La Plata heraus, dass ein Großteil der konventionellen Tampons und Binden zu 85 % mit Glyphosat belastet ist,was teilweise bestritten wird.

Dass Glyphosat krebserregend ist,  hat sich inzwischen herumgesprochen (Internationale Agentur für Krebsforschung  - IARC der Weltgesundheitsorganisation - WHO) – verboten ist es erst einmal trotzdem nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung behauptet, keine Rückstände von Glyphosat in Binden und Tampons gefunden zu haben, während das Bayerische Gesundheitsamt von einer Belastung mit 24% ausgeht. Wissenschaftliche Studien oder solche, die behaupten welche zu sein, sind offenbar dehnbar.

Eine Frau, die regelmäßig Tampons verwendet, verbraucht im Laufe ihres Lebens 11.000 bis 17.000 Stück davon – sie trägt also weit mehr als 5 Jahre ihres Lebens einen Tampon und damit das Ackergift im Körper. Das Glyphosat des Tampons geht direkt in den Blutkreislauf; die Aufnahme des Gifts ist um bis zu 80 % höher, als wenn man die gleiche Menge Glyphosat essen würde (Glyphosat ist mehrheitlich dafür bekannt, dass wir es mit Obst, Getreide und Gemüse zu uns nehmen, an Hygienemittel denken die wenigsten). Das Pestizid, dass wir mit Tampons aufnehmen, kann Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten verursachen und auch die anderen enthaltenen chemischen Stoffe (Weichmacher, Formaldehyd, Duftstoffe und Chlorbleiche) können zu Krebs, Hautirritationen, Pilzinfektionen, Eierstockentzündungen und dem Toxischen Schocksyndrom führen. Durch die Bleichprozesse mit Chlor wird das Gift „Dioxin“ freigesetzt, das mit Krebserkrankungen sowie Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird.

Alternativen sind Tampons und Binden, die zu 100 % Biobaumwolle bestehen. Sie enthalten weder Plastik noch synthetische Duftstoffe, sie sind chlorfrei gebleicht und biologisch abbaubar sowie kompostierbar. Man findet sie in Reformhäusern und im Onlinehandel. Eine weitere schonende Möglichkeit sind Slipeinlagen aus Stoff, die nach dem Tragen gewaschen werden und somit wieder verwendbar sind.

Und Achtung Müll!

Frauen verwenden weltweit jedes Jahr mehr als 45 Milliarden Tampons und Binden. Tampons, Binden und Slipeinlagen enthalten allesamt Plastik – Binden bestehen sogar zu etwa 90 Prozent daraus. Diese 45 Milliarden werden verbrannt oder landen auf Mülldeponien, in Meeren und Flüssen. Damenbinden und Tampons sind die fünft-häufigste Abfall-Art, die an Strände angespült wird, sofern sie nicht vorher in den Mägen von Fischen und Schildkröten landen.

Es dauert ungefähr 500 bis 800 Jahre, bis Tampons und Binden sich zersetzen. Das bedeutet: Wenn Katharina de Medici, Johanna von Orléans, Maria Stuart oder Elisabeth I im 15. Jahrhundert einen Tampon benutzt hätten, würde der vermutlich heute noch im Ozean rumdümpeln.

Die Menstruationstasse,

ist leider eine noch relativ wenig verbreitete Möglichkeit. Das ist ein kleiner Becher, der wie Tampons in die Vagina eingeführt wird und das Blut auffängt. Es gibt sie in verschiedenen Größen und stärken. Sie besteht meist aus 100% medizinischem Silikon, mittlerweile gibt es sie auch  aus fair gehandeltem Naturkautschuk, (z.B. von fair squared) ist frei von Schadstoffen und Giften, nimmt drei- bis viermal so viel Blut auf wie ein Tampon, kann für mindestens 10 Jahre wiederverwendet werden und bis zu 12 Stunden (je nach Stärke der Blutung) problemlos im Körper verbleiben.

In einigen Ländern bringt die Monatsblutung viele Probleme mit sich. Mangelnde Aufklärung und die Tabuisierung der Periode führen zu Schulabbrüchen, Infektionskrankheiten, frühen Schwangerschaften und Prostitution. 65% der Frauen in Kenia können sich Menstruationsartikel nicht jeden Monat leisten. Als Notlösung verwenden sie dann unhygienische und teilweise sogar gefährliche Materialien, wie alte Zeitungen, Socken oder Lehm, um das Blut aufzufangen. Diese Materialien sind nicht nur ineffizient, sondern auch Auslöser zahlreicher Infektionskrankheiten. Mit dem Kauf einer „Ruby Cup“ Menstruationstasse kann man nicht nur die Umwelt schützen, sondern gleichzeitig anderen Frauen helfen. Über das Programm „Buy One, Give One“ wird für jeden verkaufen „Ruby Cup“, eine dieser Menstruationstassen an ein Mädchen oder eine Frau, die keinen Zugang zu Menstruationshygieneartikeln haben, gespendet. Ein tolles Projekt!

Anwendung der Menstruationstasse

Da die Menstruationstasse gefaltet eingeführt wird (in der Vagina entfaltet sie sich zu der Becherform) und daher kein Sauerstoff zum Menstruationsblut gelangt, entstehen keine unangenehmen Gerüche. Durch die Wiederverwendbarkeit ist die Menstruationstasse auch finanziell bereits nach kurzer Zeit günstiger als der beständige Kauf von Tampons oder Binden. Nachteil ist natürlich, die Tasse in gemeinsam genutzten Toiletten zu reinigen, wenn sich das Waschbecken im Vorraum befindet. Daher: Auswischen mit Toilettenpapier, oder eine kleine Flasche Wasser mitführen, um die Kappe in der Toilettenkabine zu spülen. Die meisten Hersteller empfehlen, die Tassen bei der Einführung noch einmal zu drehen, um das komplette Entfalten sicherzustellen. Der korrekte Sitz kann außerdem durch Fühlen mit den Fingern überprüft werden. Korrekt eingesetzt wird die Tasse sowohl von der Scheidenmuskulatur als auch durch den entstehenden Unterdruck gehalten und kann daher nicht verrutschen (wer unsicher ist: bei den ersten Malen zusätzlich eine Binde aus Biobaumwolle benutzen und die Tasse austesten). Kleine Löcher unter dem oberen Rand erleichtern das Herausnehmen der Tasse, indem sie Luft in die fest sitzende Tasse gelangen lassen. Nach der Menstruation wird die Tasse sterilisiert: zwei bis fünf Minuten im Topf auf dem Herd in reichlich kochendes Wasser oder in einem speziellen Silikonbecher in der Mikrowelle kochen oder mit Sterilisationstabletten reinigen.

Es gibt einen einizgen verzeichneten Fall von toxischem Schocksyndrom in Verbindung mit der Verwendung einer bakteriell besiedelten Menstruationstasse. Hygiene ist natürlich auch hier Pflicht.

So richtig preiswerter sollen die Hygienemittel es auch nicht werden: Gerade (01. Januar 2020) wurde die Mehrwertsteuer auf Binden, Tampons und Menstruationstassen gesenkt (nicht mehr 19 % Luxussteuer wie für Goldfische, sondern 7 % wie für Trüffel, Lachskaviar, dekorative Bildwerke – Dinge des täglichen Gebrauchs eben), Nun gibt es Berichte, wonach einige Hersteller die Preise erhöhen wollen. Natürlich wird dies nicht im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuersenkung gesehen („Wir versichern, dass es keinen Zusammenhang zwischen unseren Herstellerabgabenpreisen und der Steuersenkung gibt“, sondern mit der „verbesserten Qualität der Produkte“. Wer’s glaubt…

 

Zahnpflege

Zahnpflege- Nachhaltig

Zahnbürsten -Miswakzahnputzholz

bestehen in der Regel aus reinem Plastik: Stiel und Borsten, alles Plastik. Zahnärzt*innen (der Handel sowieso) empfehlen, die Bürste etwa alle zwei/drei Monate zu wechseln, weil sich die Borsten verbiegen und die Spitzen stumpf werden. Mindestens 332 Millionen Zahnbürsten als Plastikmüll pro Jahr in Deutschland also. Plus die herkömmliche Plastikverpackung.

Hierzulande werden ca. 38% des Plastikmülls recycelt, 1 % landet auf Deponien und 61% werden zur Energiegewinnung verbrannt. Durch Letzteres entstehen höchst giftige Gase, Feinstaub (unterirdisch als hochgiftiger Sondermüll zu lagern), und Schlacke (oftmals mit giftigen Schwermetallen versehen). Der umweltbewegte Mensch braucht eine andere Lösung.

 

Die Alternative ist eine kompostierbare Zahnbürste. Der Griff ist dann aus heimischem Holz oder aus Bambus, der ja auch bei uns recht schnell wächst. Für eine komplett kompostierbare Zahnbürste müssten die Borsten von Schweinen kommen. Holz- oder Bambus-Zahnbürsten mit Schweineborsten sind die einzigen wirklich verlässlich kompostierbaren und biologisch abbaubaren Zahnbürsten. Leider nicht vegan (Schweine) und nicht regional (der überwiegende Teil der Schweineborsten kommt aus China). Schweinehaar ist darüber hinaus innen hohl und Bakterien lieben diese Räume, so dass man alle paar Tage die Zahnbürste mit kochendem Wasser desinfizieren sollte.

Nicht jede*r möchte Schwein im Mund haben. Es besteht die Möglichkeit Borsten aus biologisch abbaubaren Kunststoffen (Kohlenstoff, Wasser und Luft), Nylon 4 genannt, herzustellen. Diese wären 100% biologisch abbaubar und vegan. Allerdings scheint es derzeit keine verlässlichen Nylon 4-Produzent*innen zu geben, also wird fast überall auf Plastik-Borsten zurückgegriffen.  Wir sollten uns nicht durch Begriffe wie „hergestellt aus vorbildlich bewirtschafteten Bambus Wäldern“ und „vegan und tierversuchsfrei“ irritieren lassen: damit sind die Griffe gemeint, nicht die Borsten. Auch die Firma Brush with Bamboo  schreibt, dass zwar alle Komponenten ihrer Zahnbürsten pflanzenbasiert sind (Borsten, Griff und Schachtel), aber wegen des Anteils an Nylon in den Borsten (38 %) immer noch nicht komplett biologisch abbaubar. Außerdem kommt diese Zahnbürste aus den USA; hier im Handel haben wir sie nicht gefunden. Besser als die vollständig aus Plastik bestehende Zahnbürste ist eine, bei der nur die Borsten aus Plastik sind, allemal.

Die perfekte Lösung, die 100 %ige ökologische Rettung, wenngleich etwas gewöhnungsbedürftig, kommt durch den Zahnbürsten- oder Miswakbaum . Das Miswakzahnputzholz ersetzt sogar die Zahnpasta vollständig.

Wenn es aber bei der Zahnbürste bleiben soll, bietet smatricular Vergleichsmöglichkeiten an. Leider führt jeder Klick auf die jeweilige dort aufgeführte Marke unweigerlich zum Versandhaus „amazon“, bei dem man sich überlegen sollte, ob man es wirklich unterstützen möchte. - Arbeitsbedingungen bei Amazon

Alle Zutaten in die Flasche geben und kräftig schütteln. Nach wenigen Minuten haben sich alle Bestandteile im Wasser aufgelöst – fertig!

 Mundspülungen

können in Abhängigkeit der jeweils verwendeten Inhaltsstoffe zusätzlich wirksam gegen Karies, Zahnbelag, Zahnfleischentzündungen und Zahnerosion vorbeugen und präventiv gegen Infektionen wirken, die mikrobielle Mundflora stabilisieren und noch einiges mehr. Wem die Zusammensetzung (möglich: Propandiol, Ethanol, Wasser, Zink-Verbindungen, Matellionen. Quarternäre Ammoniumverbindungen, Sanguinarin, Chlorhexidin, Phenolverbindungen, Aromastoffe, ätherische Öle, Silicylsäurephenylester, Sorbitanester, Natrium-Saccharin, Argini, Kalziumcarbonat, Kaliumnitrat, Cetylpyridiumdchlorid , Strontiumchlorid…, bis zu 30 % Alkohol möglich) nicht geheuer ist, oder wer nicht Biologie studiert hat, kann die Mundspülung ganz leicht selber herstellen. (Bild links)

Morgens und abends nach dem Zähneputzen einen kleinen Schluck in den Mund nehmen, die Zähne etwa eine Minute lang kräftig von allen Seiten spülen, ausspucken. Nicht nachspülen, sonst wird der Schutzfilm aus Xylitol gleich wieder entfernt.

 Zahnpasta

Bei Zahnpasta verhält es sich mit den Inhaltsstoffen ähnlich wie bei der Mundspülung, zusätzlich fällt auch dort regelmäßig Verpackungsmüll an. Es gibt zwar auch natürliche Zahnputztabletten oder Pulver im Glas doch auch Zahnpasta (Bild rechts) und Zahnputzpulver (Bild unten) ist ganz einfach selber zu machen.

Nachteil an der Zahnpasta ist das verwendete Kokosfett.Kokosöl hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt und wenn das so weitergeht werden immer mehr Probleme wie in der Palmölproduktion entstehen: Landraub, Rodungen, Ausbeutung.

Die Öle wirken antibakteriell, Xylit soll Karies entgegenwirken und schmeckt süß, Natron neutralisiert Säuren und schützt so vor Karies, Heilerde gibt der Masse mehr Festigkeit und wirkt zahnreinigend, die in ihr enthaltenen Mineralien sollen zusätzlich die Zähne stärken. Kurkuma macht die Zähne weiß, aber ACHTUNG Hände und Kleidung werd schnell gelb gefärbt.

Alle Zutaten im Mörser. zu einem sehr feinen Pulver mahlen und einen verschließbaren Behälter füllen. -fertig! Je nach Geschmack können die Zutaten variiert werden.
  • Kurkuma 15.min in Kokosöl kochen und dann abkühlen lassen.
  • Die anderen Zutaten in einem Glas mischen
  • abgekühltes noch flüssiges Kokosöl durch ein Sieb hinzu geben.
  • Masse währen des Abkühlens (am besten an einem kühlen Ort) zwischendurch immer wieder umrühren.
  • Fertige gelb-braune Masse in wiederverwendbare Tube oder Schraubglas füllen.

 

Wer es noch leichter haben möchte kann einfach 2EL Kokosöl und 1EL Natron mischen.

 

Samenbomben

Samenbomben ganz leicht selbst gemacht.

Seedballs, Seedbombs oder auf deutsch Samenbomben und Samenbällchen sind im grunde ganz einfach selber zu machen.  Wir haben hier eine Anleitung mit hilfreichen Tipps zusammengestellt.

Saatgutauswahl 

Das Saatgut sollte regional und ökologisch sein. Regionalität ist wichtig damit heimische Arten erhalten bleiben und nicht verdrängt werden.

Auf keinen Fall sollte man Saatgut aus dem Baumarkt oder bei billigen Internetanbietern kaufen. Oft ist überhaupt nicht klar welches Saatgut verwendet wurde und die bunten Blühmischungen bieten keine bzw. kaum Nahrung für Insekten. Die großen Konzerne wissen meist nicht einmal was regionales Saatgut überhaupt bedeutet und deren Produkte sind zum großen Teil für das Insektensterben verantwortlich.

Herkunftsgebietskarte von Wildblumen und Wildgräsern in Deutschland

Erde

Torffrei! Auf Torf sollte man grundsätzlich verzichten, weil für Torf Moore trocken gelegt werden, dass zum Klimawandel beiträgt.

NABU Artikel: Moore und Klimawandel

Lehm- oder Tonpulver

zur Not kann man auch auf Heilerde zurückgreifen

Anleitung

Lehm- oder Tonpulver, Erde und Saatgut gut miteinander vermischen, bevor man das Wasser dazu gibt. Alles miteinander verkneten, bis eine zähe Masse entsteht, die man gut formen kann und nicht zerbröckelt, wenn man sie zusammendrückt.  Dannach kleine, feste, etwa walnussgroße Bällchen formen und 1-3 Tage an einem nicht zu sonnigen und nicht zu schattigen Ort bei Zimmertemperatur trocknen lassen.

Man kann die getrockneten Samenbomben auch an einem dunklen Ort kühl und trocken lagern und zu einem späteren Zeitpunkt abwerfen.

Der richtige Zeitpunkt

um die Samenbomben abzuwerfen richtet sich nach der Saatgutmischung

Wo Abwerfen?

Wer in der Stadt wohnt wird bei dem wenigen Grün schnell einen Ort zum abwerfen der Samenbomben finden. So bringt man schnell seine Stadt zum blühen und bietet außerdem auch zahlreichen Insekten ein Nahrungsangebot. Am besten wirft man sie auf artenarmen Rasen wie z.B. Verkehrsinseln, brachliegende Gebiete, Baumscheiben oder auch Löcher in Fußwegen ab.

Tabu sind Gärten, Parks, Privatgelände und Naturschutzgebiete (!!!), denn das ökologische Gleichgewicht kann durch fremde Pflanzen gestört werden.

Die “Bomben” müssen nicht eingebuddelt werden, sondern können einfach geworfen werden. Bei Regen saugt sich die Pflanzenbombe mit Wasser voll und die Saat beginnt zu keimen.

Regenwald retten

Regenwald-Titel

Den Regenwald in Alltag retten

hier sind 10 Tipps, mit denen auch Ihr den Regenwald in Eurem Alltag schützen könnt:

1. Kauft kein Fleisch von Tieren, die mit Soja aus Übersee gefüttert wurden.

Warum?

2. Trinkt Leitungswasser statt Wasser in Flaschen zu kaufen.

Warum?

3. Kauft keine Produkte die Palmöl enthalten

Warum?

4. Tankt keinen Biosprit.

Warum?

5. Kauft keine Holzkohle sonder nutzt Alternativen.

Warum?

6. Benutzt Stoffbeutel statt Plastiktüten und versucht Plastik grundsätzlich zu vermeiden.

Warum?

7. Kauft Recycling Toilettenpapier, Taschentücher und Druckerpapier.

Warum?

8. Versucht auf Tropenfrüchte zu verzichten und achtet sonst auf fairen Handel.

Warum?

9. Kauft keine Gegenstände aus Tropenholz.

Warum?

10. Nutzt Technik wie Handy und PC so lange wie es geht.

Warum?

 

Löwenzahnhonig

Löwenzahnhonig 1

Löwenzahnhonig selber machen

Er ist vegan und kostet fast nichts außerdem regt er den Stoffwechsel an und hilft auch gegen Husten.

Allerdings ist er durch die Zuckermenge nicht wirklich gesund.

  1. Löwenzahnblüten (3 Handvoll)
  2. 1L Wasser
  3. 1kg Zucker
  4. ½ Zitrone Saft und Schale

Löwenzahnblüten sammeln. (Am besten mittags bei Sonnenschein, weil die Blüten dann besonders aromatisch sind.)

Gründlich abspülen und die gelben Blüten vom Rest der Blume trennen.

Die Blüten dann 2 Stunden im  Wasser ziehen lassen, danach kurz aufkochen, abkühlen lassen und nochmal 24 Stunden ziehen lassen.

Den Saft durch ein Tuch abseihen und zusammen mit dem Zucker, Zitronensaft und Schale kurz aufkochen. Dann mindestens 3 Stunden simmern lassen.

Wenn die Flüssigkeit im abgekühlten zustand Fäden zieht, ist die richtige Konsistenz erreicht.

Den noch heißen Löwenzahnhonig in Gläser füllen und verschließen.

Fertig ist der schmackhaft Löwenzahnhonig.

Waschmittel aus Kastanien

Waschmittel aus Kastanien ganz leicht selbst gemacht

Den Kastaniensud kann man als Waschmittel für Wäsche, Geschirr, als Flüssigseife, Putzmittel oder auch Haarwaschmittel benutzen.

Kastaniensud als Waschmittel

Den Kastaniensud kann als Waschmittel für Wäsche, Geschirr, als flüssigseife, Putzmittel oder auch als Haarwaschmittel benutzen.

Kastanien enthalten Saponine (sapo=Seife) die für die Reinigung sorgen.

  1. Kastanien im Herbst sammeln
  2. Kastanien klein hacken
  3. In ein Glas mit Wasser 2std. besser über Nacht stehen lassen
  4. Das milchige Wasser dann abgießen, fertig ist das Waschmittel

Wenn man duftendes Waschmittel möchte kann man auch noch ein paar Tropfen ätherisches Öl in das Waschmittel gießen.

Man Kann die Kastanien auch Schälen und zermahlen und kann dann das Kastanienmehl wie Waschpulver verwenden.

Natron wirkt fettsäurelösend und entfernt so starke Gerüche. Einfach etwas Natron in das Waschmittel geben.

Hier wurden zahlreiche Methoden getestet Waschmittel aus Kastanien herzustellen.

Wenn man doch lieber Waschmittel kaufen will

Hier zwei Marken stellen sehr gute Ökologische Waschmittel bzw. auch andere Putzmittel her.

KlarSchiff

Die umweltschonende Hausmarke von Budni wirbt zusätzlich mit Regionalen Zulieferern.

Ecovert

Schon seit über 35 Jahren stellen sie erfolgreich ökologische Putzmittel her.