Menstruation- Tampons, Binden, Menstruationstasse

Menstruation, Periode, meine Tage, Erdbeerwoche, Besuch aus Rotenburg, den Blutsbruder... wie auch immer wir es nennen, die weitverbreitesten Mittel sind an diesen Tagen Binden oder Tampons.

Achtung, Chemie in Tampons und Binden!

2015 fand ein Forscherteam der argentinischen Universität La Plata heraus, dass ein Großteil der konventionellen Tampons und Binden zu 85 % mit Glyphosat belastet ist,was teilweise bestritten wird.

Dass Glyphosat krebserregend ist,  hat sich inzwischen herumgesprochen (Internationale Agentur für Krebsforschung  - IARC der Weltgesundheitsorganisation - WHO) – verboten ist es erst einmal trotzdem nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung behauptet, keine Rückstände von Glyphosat in Binden und Tampons gefunden zu haben, während das Bayerische Gesundheitsamt von einer Belastung mit 24% ausgeht. Wissenschaftliche Studien oder solche, die behaupten welche zu sein, sind offenbar dehnbar.

Eine Frau, die regelmäßig Tampons verwendet, verbraucht im Laufe ihres Lebens 11.000 bis 17.000 Stück davon – sie trägt also weit mehr als 5 Jahre ihres Lebens einen Tampon und damit das Ackergift im Körper. Das Glyphosat des Tampons geht direkt in den Blutkreislauf; die Aufnahme des Gifts ist um bis zu 80 % höher, als wenn man die gleiche Menge Glyphosat essen würde (Glyphosat ist mehrheitlich dafür bekannt, dass wir es mit Obst, Getreide und Gemüse zu uns nehmen, an Hygienemittel denken die wenigsten). Das Pestizid, dass wir mit Tampons aufnehmen, kann Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten verursachen und auch die anderen enthaltenen chemischen Stoffe (Weichmacher, Formaldehyd, Duftstoffe und Chlorbleiche) können zu Krebs, Hautirritationen, Pilzinfektionen, Eierstockentzündungen und dem Toxischen Schocksyndrom führen. Durch die Bleichprozesse mit Chlor wird das Gift „Dioxin“ freigesetzt, das mit Krebserkrankungen sowie Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird.

Alternativen sind Tampons und Binden, die zu 100 % Biobaumwolle bestehen. Sie enthalten weder Plastik noch synthetische Duftstoffe, sie sind chlorfrei gebleicht und biologisch abbaubar sowie kompostierbar. Man findet sie in Reformhäusern und im Onlinehandel. Eine weitere schonende Möglichkeit sind Slipeinlagen aus Stoff, die nach dem Tragen gewaschen werden und somit wieder verwendbar sind.

Und Achtung Müll!

Frauen verwenden weltweit jedes Jahr mehr als 45 Milliarden Tampons und Binden. Tampons, Binden und Slipeinlagen enthalten allesamt Plastik – Binden bestehen sogar zu etwa 90 Prozent daraus. Diese 45 Milliarden werden verbrannt oder landen auf Mülldeponien, in Meeren und Flüssen. Damenbinden und Tampons sind die fünft-häufigste Abfall-Art, die an Strände angespült wird, sofern sie nicht vorher in den Mägen von Fischen und Schildkröten landen.

Es dauert ungefähr 500 bis 800 Jahre, bis Tampons und Binden sich zersetzen. Das bedeutet: Wenn Katharina de Medici, Johanna von Orléans, Maria Stuart oder Elisabeth I im 15. Jahrhundert einen Tampon benutzt hätten, würde der vermutlich heute noch im Ozean rumdümpeln.

Die Menstruationstasse,

ist leider eine noch relativ wenig verbreitete Möglichkeit. Das ist ein kleiner Becher, der wie Tampons in die Vagina eingeführt wird und das Blut auffängt. Es gibt sie in verschiedenen Größen und stärken. Sie besteht meist aus 100% medizinischem Silikon, mittlerweile gibt es sie auch  aus fair gehandeltem Naturkautschuk, (z.B. von fair squared) ist frei von Schadstoffen und Giften, nimmt drei- bis viermal so viel Blut auf wie ein Tampon, kann für mindestens 10 Jahre wiederverwendet werden und bis zu 12 Stunden (je nach Stärke der Blutung) problemlos im Körper verbleiben.

In einigen Ländern bringt die Monatsblutung viele Probleme mit sich. Mangelnde Aufklärung und die Tabuisierung der Periode führen zu Schulabbrüchen, Infektionskrankheiten, frühen Schwangerschaften und Prostitution. 65% der Frauen in Kenia können sich Menstruationsartikel nicht jeden Monat leisten. Als Notlösung verwenden sie dann unhygienische und teilweise sogar gefährliche Materialien, wie alte Zeitungen, Socken oder Lehm, um das Blut aufzufangen. Diese Materialien sind nicht nur ineffizient, sondern auch Auslöser zahlreicher Infektionskrankheiten. Mit dem Kauf einer „Ruby Cup“ Menstruationstasse kann man nicht nur die Umwelt schützen, sondern gleichzeitig anderen Frauen helfen. Über das Programm „Buy One, Give One“ wird für jeden verkaufen „Ruby Cup“, eine dieser Menstruationstassen an ein Mädchen oder eine Frau, die keinen Zugang zu Menstruationshygieneartikeln haben, gespendet. Ein tolles Projekt!

Anwendung der Menstruationstasse

Da die Menstruationstasse gefaltet eingeführt wird (in der Vagina entfaltet sie sich zu der Becherform) und daher kein Sauerstoff zum Menstruationsblut gelangt, entstehen keine unangenehmen Gerüche. Durch die Wiederverwendbarkeit ist die Menstruationstasse auch finanziell bereits nach kurzer Zeit günstiger als der beständige Kauf von Tampons oder Binden. Nachteil ist natürlich, die Tasse in gemeinsam genutzten Toiletten zu reinigen, wenn sich das Waschbecken im Vorraum befindet. Daher: Auswischen mit Toilettenpapier, oder eine kleine Flasche Wasser mitführen, um die Kappe in der Toilettenkabine zu spülen. Die meisten Hersteller empfehlen, die Tassen bei der Einführung noch einmal zu drehen, um das komplette Entfalten sicherzustellen. Der korrekte Sitz kann außerdem durch Fühlen mit den Fingern überprüft werden. Korrekt eingesetzt wird die Tasse sowohl von der Scheidenmuskulatur als auch durch den entstehenden Unterdruck gehalten und kann daher nicht verrutschen (wer unsicher ist: bei den ersten Malen zusätzlich eine Binde aus Biobaumwolle benutzen und die Tasse austesten). Kleine Löcher unter dem oberen Rand erleichtern das Herausnehmen der Tasse, indem sie Luft in die fest sitzende Tasse gelangen lassen. Nach der Menstruation wird die Tasse sterilisiert: zwei bis fünf Minuten im Topf auf dem Herd in reichlich kochendes Wasser oder in einem speziellen Silikonbecher in der Mikrowelle kochen oder mit Sterilisationstabletten reinigen.

Es gibt einen einizgen verzeichneten Fall von toxischem Schocksyndrom in Verbindung mit der Verwendung einer bakteriell besiedelten Menstruationstasse. Hygiene ist natürlich auch hier Pflicht.

So richtig preiswerter sollen die Hygienemittel es auch nicht werden: Gerade (01. Januar 2020) wurde die Mehrwertsteuer auf Binden, Tampons und Menstruationstassen gesenkt (nicht mehr 19 % Luxussteuer wie für Goldfische, sondern 7 % wie für Trüffel, Lachskaviar, dekorative Bildwerke – Dinge des täglichen Gebrauchs eben), Nun gibt es Berichte, wonach einige Hersteller die Preise erhöhen wollen. Natürlich wird dies nicht im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuersenkung gesehen („Wir versichern, dass es keinen Zusammenhang zwischen unseren Herstellerabgabenpreisen und der Steuersenkung gibt“, sondern mit der „verbesserten Qualität der Produkte“. Wer’s glaubt…