Regenwald-Titel

Kauft kein Fleisch von Tieren, die mit Soja aus Übersee gefüttert wurden.

Tipp1 von 10

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Die Futtermittel für unsere Rinder, Schweine, Schafe, Hühner müssen ganz überwiegend importiert werden. Dies geschieht hauptsächlich in Form von Sojabohnen. 35 Mio. Tonnen Soja importiert die Europäische Union jährlich als Viehfutter. Auch die norwegischen Lachse werden damit gefüttert, ganz entgegen ihrer Natur. 70 % der gesamten Sojamenge ist genetisch manipuliertes Soja von Bayer/Monsanto.

Ein paar Zahlen:

* Nach der Ölpressung wird das weltweit verbleibende Soja-Extraktionsschrot zu 98 % als Mastfutter in der Tierhaltung verwendet und zu zwei Prozent als Nahrung für den Menschen (z. B. Soja-Sauce, Tofu).

* Die Hälfte der weltweiten Sojaproduktion kommt aus Südamerika. Allein in Brasilien wird ein Viertel des weltweiten Soja produziert.

* Die Sojabohnen werden auf riesigen Plantagen in Südamerika auf Flächen angebaut, die ehemals von einzigartigen tropischen Regenwäldern bedeckt waren. Die natürlichen Ökosysteme Amazoniens, der Regenwald und die Feuchtsavanne, werden schon seit den 80ern für den Sojaanbau zerstört. Nach Angaben der Welternährungsorganisation, USDA (dem Landwirtschaftsministerium der USA) und ISAAA (dem Internationalem Service für die Verbreitung von Agrogentechnik) wurde in den Amazonasstaaten in 2016 bereits auf 32.690.000 Hektar Soja in endlosen Monokulturen angebaut; das ist eine Fläche, die 127 mal so groß ist wie das Saarland.

* Zwischen 2013 und 2015 sind allein in der Cerrado-Savanne, Brasilien, 18.900 Quadratkilometer Urwald verschwunden. Derzeit werden jährlich etwa 9.400 Quadratkilometer pro Jahr abgeholzt, was etwa zwölfmal der Fläche der Stadt Hamburg entspricht. Im Süden des brasilianischen Mato Grosso, wo das Agrobusiness besonders erfolgreich ist, wird seit Kurzem in Rekordtempo das Sumpfbiotop Pantanal verkleinert. Im Norden des Staates wird der Amazonaswald weiter angefressen.

Die Chemieindustrie hat das Erbgut von Soja, aber u. a. auch von Mais, Baumwolle und Raps, immun gegen Pestizide wie Roundup von Monsanto gemacht. Der Bayer-Gigant mischt hier mithilfe seines Ablegers Monsanto an vorderster Front zerstörerisch mit. Während die patentierten gentechnisch veränderten Pflanzen die Gifteinsätze überstehen, sterben alle anderen Pflanzen ab. Die Natur, Böden, Flüsse und das Trinkwasser werden verseucht – auch die Menschen. Diese Naturzerstörung geht mit viel Gewalt gegen Menschen einher, z. B. gegen Kleinbauern und Angehörigen indigener Völker: zwischen 1995 und 2017 etwa wurden in Mato Grosso mehr als 22.000 Familien vertrieben. Andere wurden getötet: Nach Angaben der katholischen Landpastorale sind seit 1985 2.000 Menschen

bei solchen Landkonflikten gestorben, pro Jahr werden aktuell 30 bis 40 Menschen im Konflikt um Land und Macht getötet, hingerichtet. Bewaffnete Banden, die mutmaßlich von den benachbarten Großbauern bezahlt werden, stecken Häuser in Brand, sägen Strommasten ab, töten Hunde und Milchkühe und schießen mit Revolvern in die Luft und vor die Füße der Landbevölkerung. Sie besprühen sogar Felder und Siedlungen von Flugzeugen aus mit Gift.

Das Unternehmen der Familie des brasilianischen Landwirtschaftsministers (sic!) Blairo Borges Maggi, auch "Sojakönig" genannt, ist im Übrigen der größte Sojaproduzent weltweit. Währenddessen leiden etwa 60 Prozent der brasilianischen Bevölkerung unter Mangelerscheinungen, die auf schlechte Ernährung zurückzuführen sind.

Für Bio-Fleisch hingegen wird kein Soja importiert und die Futtermittel müssen meist zu über 50% vom eigenen Betrieb kommen.