Regenwald-Titel

Benutzt Stoffbeutel statt Plastiktüten und versucht Plastik grundsätzlich zu vermeiden.

Tipp 6 von 10

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1953 kam die Plastiktüte auf den Markt und aktuell werden 500 Milliarden Plastiktüten jedes Jahr weltweit verbraucht. Nur 1% dieser Tüten werden recycelt und in jedem Quadratkilometer Meer schwimmen mehr als 46.000.

Der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf in Deutschland lag in 2014 bei 76 Tüten (mal 82,5 Millionen = über 6 Milliarden Plastiktüten pro Jahr). Wenn man die Leute allerdings am Portemonnaie packt, hat das eine erstaunliche Wirkung: In Irland führte eine Steuer von 15 Cent pro Tüte dazu, dass der Jahresverbrauch von 328 auf 21 Tüten pro Kopf sank.

Wir müssen versuchen, Plastik grundsätzlich zu vermeiden, denn Plastik wird aus Erdöl hergestellt: für eine herkömmliche ca. 20 g schwere Plastiktüte werden 40 g Erdöl benötigt und sie braucht hunderte von Jahren, bis sie abgebaut ist. Von anderen Schäden ganz zu schweigen: Meeresschildkröten verwechseln die Kunststofftüten mit Quallen und fressen sie; Vögel verschlucken Plastikteile oder füttern ihre Jungen damit; Fetzen von Plastiktüten in Vogelnestern führen zu Einschnürungen und Verstümmelungen an Beinen; Störche bauen in ihre Nester Plastiktüten ein, so dass Regenwasser nicht abfließt und Jungstörche ertrinken; Wildtiere auf Futtersuche ersticken in Plastiktüten; jedes Jahr sterben zehntausende Wale, Robben und Haie an dem Plastik; abgesunkene Tüten verfangen sich an Korallen, nehmen ihnen das Licht, den Zugang zur Nahrung und töten sie dadurch ab. Das alles müsste nicht sein.

Aber auch Papiertüten sind nicht der Hit: sie sind zwar leichter und umweltfreundlicher zu entsorgen als Plastiktüten, vor allem, weil sie leichter verrotten. Allerdings belastet die Herstellung einer Papiertüte die Umwelt stärker als die Produktion einer Plastiktüte: die Herstellung frisst doppelt so viel Energie, es entsteht eine deutlich höhere Belastung von Luft und Wasser durch Stickoxide, Schwefeldioxide und andere Chemikalien, mit denen die Zellstofffasern behandelt werden. Man müsste eine Papiertüte daher dreimal so oft verwenden wie eine aus Plastik, um diesen Nachteil auszugleichen. Aber Papier ist nicht so reißfest und auch nicht wasserabweisend.

Tragetaschen aus Baumwolle sind die Lösung, die aber erst nach vielfacher Wiederverwendung umweltfreundlicher sind. Das ergab eine Untersuchung der "Federal Laboratories for Material Testing and Research" der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Grund sind die hohen Emissionswerte bei der Herstellung. Während bei der Herstellung einer Plastiktüte aus Neugranulat etwa 120 Gramm CO2 ausgestoßen werden, sind es bei einer Baumwolltasche 1.700 Gramm.

Daher entweder zum Weidenkorb greifen (unpraktisch aber schick), oder einen fair gehandelten Biobaumwollbeutel bis an Euer Lebensende benutzen. Schon nach 30 mal einkaufen ist eine Baumwolltasche „grüner“ als Einweg-Plastiktüten (selbst wenn Letztere etwa dreimal benutzt werden). Ist auch ein nettes Mitbringsel, wenn Ihr mal eingeladen werdet.