Samenbomben ganz leicht selbst gemacht.

Seedballs, Seedbombs oder auf deutsch Samenbomben und Samenbällchen sind im grunde ganz einfach selber zu machen.  Wir haben hier eine Anleitung mit hilfreichen Tipps zusammengestellt.

Saatgutauswahl 

Das Saatgut sollte regional und ökologisch sein. Regionalität ist wichtig damit heimische Arten erhalten bleiben und nicht verdrängt werden.

Auf keinen Fall sollte man Saatgut aus dem Baumarkt oder bei billigen Internetanbietern kaufen. Oft ist überhaupt nicht klar welches Saatgut verwendet wurde und die bunten Blühmischungen bieten keine bzw. kaum Nahrung für Insekten. Die großen Konzerne wissen meist nicht einmal was regionales Saatgut überhaupt bedeutet und deren Produkte sind zum großen Teil für das Insektensterben verantwortlich.

Herkunftsgebietskarte von Wildblumen und Wildgräsern in Deutschland

Erde

Torffrei! Auf Torf sollte man grundsätzlich verzichten, weil für Torf Moore trocken gelegt werden, dass zum Klimawandel beiträgt.

NABU Artikel: Moore und Klimawandel

Lehm- oder Tonpulver

zur Not kann man auch auf Heilerde zurückgreifen

Anleitung

Lehm- oder Tonpulver, Erde und Saatgut gut miteinander vermischen, bevor man das Wasser dazu gibt. Alles miteinander verkneten, bis eine zähe Masse entsteht, die man gut formen kann und nicht zerbröckelt, wenn man sie zusammendrückt.  Dannach kleine, feste, etwa walnussgroße Bällchen formen und 1-3 Tage an einem nicht zu sonnigen und nicht zu schattigen Ort bei Zimmertemperatur trocknen lassen.

Man kann die getrockneten Samenbomben auch an einem dunklen Ort kühl und trocken lagern und zu einem späteren Zeitpunkt abwerfen.

Der richtige Zeitpunkt

um die Samenbomben abzuwerfen richtet sich nach der Saatgutmischung

Wo Abwerfen?

Wer in der Stadt wohnt wird bei dem wenigen Grün schnell einen Ort zum abwerfen der Samenbomben finden. So bringt man schnell seine Stadt zum blühen und bietet außerdem auch zahlreichen Insekten ein Nahrungsangebot. Am besten wirft man sie auf artenarmen Rasen wie z.B. Verkehrsinseln, brachliegende Gebiete, Baumscheiben oder auch Löcher in Fußwegen ab.

Tabu sind Gärten, Parks, Privatgelände und Naturschutzgebiete (!!!), denn das ökologische Gleichgewicht kann durch fremde Pflanzen gestört werden.

Die “Bomben” müssen nicht eingebuddelt werden, sondern können einfach geworfen werden. Bei Regen saugt sich die Pflanzenbombe mit Wasser voll und die Saat beginnt zu keimen.